Der Ursprung des
Improvisationstheaters

Der Ursprung des Improvisationstheaters liegt, wie die ganze Theatergeschichte, in rituellen Kulthandlungen. Durch die schriftliche Festlegung der Mythen ging die spontane darstellende Äußerung zurück. Erst mit der Commedia dell’arte gab es wieder eine Theaterform, in der der Improvisation Platz eingeräumt wurde. Im 19. Jahrhundert waren Nestroy und das Wiener Volkstheater für die Kunst des „Extemporierens“ berühmt – nicht zuletzt, um die Zensur unter Metternich zu unterwandern.

  Im 20. Jahrhundert erlebte das „Stegreiftheater“ mit der Entwicklung des Expressionismus eine Wiederbelebung. Anfang der 20er Jahre richtete der Arzt Jakob Levy Moreno auf einem Dachboden in Wien ein Stegreiftheater ein, dessen bekannteste Mitglieder Elisabeth Berger und Peter Lorre waren. 1924 gab Moreno sein Stegreiftheater wieder auf und widmete sich der Entwicklung des Psychodramas als Therapieform. Aus einem Studententheater an der Universität Chicago ging 1955 das Improvisationstheater „The Compass“ hervor, aus dem sich 1959 das bis heute bekannte Theater „Second City“ entwickelte. Viele seiner Mitglieder, darunter Dan Aykroyd, Elaine May und die Belushi-Brüder, haben später in Hollywood Karriere gemacht. Am bekanntesten sind in Europa die Spieltechniken von Keith Johnstone, der in den 50er Jahren Lehrer am Royal Court Theatre in London war und in den 60er Jahren mit Improvisationstechniken zu experimentieren begann.
(Quelle: www.fastfood-theater.de)
 
     

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